Vergesellschaftung von mongolischen Rennmäusen

Bei zwei adulten Tieren (die Rennmäuse sind älter

als 10 Wochen) ist die Vergesellschaftung etwas langwieriger, aber trotzdem einfacher

als die Meisten denken.


Die Trenngittermethode

Die Vorbereitung

Als Vergesellschaftungs-Gehege sollte ein Aquarium mit einer Länge von ungefähr 80cm- 100cm genutzt werden. Darin wird ein Trenngitter befestigt (Holzrahmen mit Volierendraht), um jeweils zwei „Abteile“ zu erzeugen. Auf jeder Seite sollte nur maximal 5cm Streu sein, außerdem ein „Klotz“ auf dem das Wasser in einem Napf steht oder es kann auch auf jeder Seite eine Trinkflasche genutzt werden. Manche benutzen Weidenbrücken als Unterschlupf, aber dies sollte davon abhängig gemacht werden, wie aufgeregt und schreckhaft die Rennmäuse sind. Ein Sandbad ist eine Glaubensfrage, aber in einem 80cm Aquarium noch ein Sandbad unter zu bekommen, wird doch recht eng werden. Dies kann aber von jedem selbst entschieden werden. Nun kommt auf jeder Seite noch Knabbermaterial in Form von Toilettenpapierrollen/ Küchenpapierrollen, Nistmaterial (Papier, bspw. aus Tücherboxen oder auch SafeBed) und Futter. Das Futter sollte direkt am Trenngitter entlang verteilt werden, so dass sich die Mäuschen begegnen.

 

Beginn der Vergesellschaftung

Nun kommt auf jede Seite eine Rennmaus. Dann sollte man sich die Zeit nehmen und die Rennmäuse beobachten. Es wird sich wahrscheinlich am Trenngitter beschnuppert und auch die Haare aufgestellt, manchmal auch gegen das Gitter gesprungen (ganz normal, da die Mäuse sich ja noch nicht kennen). Nach ca. 24 Stunden findet der erste Seitenwechsel statt. Dabei tauschst man das erste Mal die Seiten. Die Maus kommt in das Revier der anderen Maus. Es wird sehr wuselig werden. Beide Rennmäuse laufen herum, markieren alles, zerrupfen evtl. das Nest des Anderen, etc. Nun ist es wieder eine Glaubensfrage. Manche tauschen nur ein Mal pro Tag, andere zwei Mal pro Tag die Seiten. Mehr würde ich nicht empfehlen, da es so nur unnötiger Stress für die Kleinen ist. Von Tag zu Tag sieht man, dass die Rennmäuse entspannter werden. Sie schlafen im Nest des anderen, ohne es zu zerstören. Sie essen entspannt am Gitter neben dem anderen oder putzen sich sogar durchs Gitter.

 

Die Zusammenführung

Wenn die Rennmäuse entspannt am Trenngitter sind, das Nest des jeweiligen anderen nicht zerstören und entspannt zusammen am TG essen, ist der Moment der Zusammenführung gekommen (der spannendste Teil). Für die Zusammenführung sollte man sich viel Zeit und Ruhe nehmen, dazu bieten sich Wochenenden sehr gut an. Es werden dicke Handschuhe und etwas um eventuell beißende Mäuse zu trennen (bspw. ein Stück Pappe) benötig. Solltet ihr Weidenbrücken verwendet haben, müssen diese nun rausgenommen werden. Wenn beide Rennmäuse wach sind, wird das Trenngitter langsam angehoben. Man lässt die Mäuse sich für eine Seite entscheiden, dann das Gitter wieder runter. Bei einem 80cm Becken kann das Gitter auch komplett entfernt werden. Sie werden sich beschnuppern, um sich richtig kennenzulernen. Es gibt klare Zeichen, bei denen man sich bereit halten sollte:

* Erstarren einer oder beider Mäuse

* Flanke an Flanke schieben + evtl. Erstarren

* Jagerei (ein wenig jagen ist erlaubt)

* Knäulen (Achtung hier wird es schnell blutig!) 

Im besten Fall dauert das Ganze so etwa ein halbe Stunde. Manche Tiere benötigen auch Stunden bis sie sich richtig entspannen. Bietet ihnen, während dieser Phase, viele aufgeschnittene Papprollen an, um sie zu beschäftigen (aufgeschnittene Papprollen, damit sich keiner in der Rolle verstecken kann). Mit der Zeit wird es ruhiger und man kann sich entspannen. Beide Mäuschen gehen gemeinsam ins Nest und/oder fangen an sich intensiv zu putzen.

 

Nach der Vergesellschaftung

Die erste Nacht sollten die Rennmäuse ohne Weidenbrücke o.ä. verbringen. Am nächsten Tag kann dann bspw. eine Weidenbrücke als Unterschlupf rein gestellt werden (am besten übers Nest), aber so dass sie von beiden Seiten zugänglich ist. Danach kann Tag für Tag das Gehege um einige Zentimeter vergrößert werden, bis sie das ganze Gehege zur Verfügung haben, Nun kommt Stück für Stück mehr Streu, ein Sandbad, Laufrad usw. in das Gehege. Jeden Tag ein Zubehörteil und sobald sie sich „kabbeln“ sollten, geht man wieder einen Schritt zurück. Wenn dann alles harmonisch ist und die Rennmäuse schön miteinander kuscheln, gemeinsam essen, etc. ,können sie ins große Gehege ziehen. Erst einmal bietet sich an, nur das Streu ins Hauptgehege zu packen, welchses bisher im Vergesellschaftungsbecken war. Im großen Gehege wird nun, wie im VG-Becken der selbe Ablauf durchgeführt (jeden Tag etwas mehr Streu, jeden Tag etwas mehr Einrichtung).

Nach ein bis zwei Wochen ist das Gehege endlich so, wie es sein soll - mit zwei harmonischen Rennmäusen.